Vorgehen von Transdev bleibt dennoch inakzeptabel: Kritik zeigt Wirkung
Druck zeigt erste Erfolge:
Nach massiver öffentlicher Kritik an dem vollständigen Ausfall der S-Bahnlinie S4 zwischen Hannover und Bennemühlen hat der Betreiber Transdev nun reagiert. Durch die Anmietung von Doppelstockwagen und Lokomotiven soll ab Donnerstag, den 15. Januar, ein Stundentakt auf der S4 eingerichtet werden. Ab dem 19. Januar kündigt Transdev zudem die Rückkehr zum halbstündlichen Regelbetrieb an.
Für Florian Lübeck (parteilos), Bürgermeisterkandidat für die Gemeinde Wedemark, und Jean Schramke SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Gemeinde Wedemark, ist klar: Diese Entwicklung ist ein Ergebnis des aufgebauten öffentlichen Drucks.
„Dass Transdev nun handelt, zeigt deutlich: Unsere Kritik war richtig und notwendig“, erklärt Florian Lübeck. „Ohne den öffentlichen Protest und die klare Benennung der Missstände hätte es diese Bewegung nicht gegeben. Das ist ein erster Erfolg für die vielen Pendlerinnen und Pendler in der Wedemark.“
Auch Jean Schramke sieht in den angekündigten Maßnahmen einen wichtigen Zwischenschritt, warnt jedoch vor vorschneller Entwarnung:
„Ein Stundentakt ist kein Regelbetrieb, sondern lediglich eine Notlösung. Dass erst nach massiver Kritik reagiert wird, ist bezeichnend für das bisherige Vorgehen von Transdev.“
Besonders möchten die beiden Wedemärker Kommunalpolitiker die Unterstützung auf Ebene der Region Hannover hervorheben.
„Unser ausdrücklicher Dank gilt Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region Hannover, sowie Eva Bender (SPD), Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin“, betont Schramke. „Beide haben die Wedemärker Perspektive ernst genommen und unsere Kritik an Transdev aktiv unterstützt. Diese Rückendeckung war entscheidend.“
Lübeck und Schramke berichten zudem von großer Resonanz aus der Bevölkerung.
„Wir haben sehr viel Zuspruch erhalten – über soziale Medien, in persönlichen Gesprächen am Bahnhof in Mellendorf und durch zahlreiche Zuschriften“, so Lübeck.
„Das zeigt: Wenn viele ihre Stimme erheben, kann sich tatsächlich etwas bewegen.“
Trotz der angekündigten Verbesserungen bleibt die Kritik an Transdev deutlich.
„Das Vorgehen des Betreibers war und ist inakzeptabel“, stellt Jean Schramke klar. „Zu planen eine komplette Kommune wochenlang faktisch vom S-Bahn-Netz abzuhängen, darf sich nicht wiederholen. Wir erwarten von Transdev, dass die angekündigte Notlösung verlässlich funktioniert. Verspätungen und Ausfälle müssen zukünftig vermieden werden!“
Für Florian Lübeck ist deshalb klar, dass es eine langfristige Perspektive braucht:
„Verlässlicher Nahverkehr ist Daseinsvorsorge. Wenn ein Betreiber diese Aufgabe dauerhaft nicht erfüllt, muss ein perspektivischer Betreiberwechsel ernsthaft in Erwägung gezogen werden.“ „Wir unterstützen dabei ausdrücklich den Vorschlag von Gemeindebürgermeister Helge Zychlinski (SPD) zu prüfen, ob zukünftig die Üstra eine eigene S-Bahn-Sparte aufbauen kann, um sich an der entsprechenden Ausschreibung für den S-Bahn-Verkehr in der Region Hannover zu beteiligen.“, so Lübeck und Schramke weiter.
Abschließend betonen Lübeck und Schramke mit Nachdruck:
„Die Wedemark darf nicht einfach abgehängt werden. Wir werden den weiteren Verlauf sehr genau beobachten und uns auch weiter mit Nachdruck für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Dieser erste Erfolg zeigt: Kritik lohnt sich – besonders dann, wenn man zusammensteht.“